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 Balou

Strahlende Sonne, ein schöner Tag, sollte man meinen, aber nicht der Duft von frischen Wiesenkräutern steigt uns in die Nase, nein, es ist der Gestank von Kadavern, Hundekot, Angst und Leid, widerlich.

Mitten in dieser Hölle (Bericht bei Terra Mater: Der Horrohof der Hundefrau), schleicht ein ausgemerkeltes Wesen, zwischen Kadavern und Knochen, Müll und Unrat. Die Augen glanzlos, röchelnder, schnaufender Atem, keine Kraft in den Beinen, in der Hoffnung auf fressbares hebt er ab und zu den müden Kopf. Er scheint nichts wirklich wahr zu nehmen, nicht die vielen Menschen und Autos, nicht das geschrei und gekreische der anderen Hund. Die anderen aus dem Rudel sind längst seine Gegner und die, die nicht seine Gegner sind, sind genauso kraftlos wie er. Die Hündin, die seit Tagen mit einem Gebärmuttervorfall unter ein paar Planken liegt, sieht er genauso wenig, wie den toten Welpen. oder das was von ihm übrig geblieben ist.

Leise, nicht auffallen, keinen Unmut der stärkeren hervorrufen, denn einem Kampf ist er schon lange nicht mehr gewachsen.

Der Amtsveterinär hat ihn zur Einschläferung vorgesehen, auf den ersten Blick und in anbetracht der Tatsache das noch 230 andere Hunde da sind verständlich. Ich glaube nicht das Balou ein Todeskandidat ist und bitte den Amtsveterinär uns den Hund zu überlassen, er ist etwas skeptisch, überläßt ihn uns aber dennoch. Balou ist der erste der verladen wird.

Eigentlich hatten wir damit gerechnet ihn tragen zu müssen, aber Balou, ist ein Dickschädel, zwar wackelig und mit unserer Unterstützung, aber auf seinen eigenen vier Pfoten läuft (latscht) er zum Auto. Beim einsteigen müssen wir dann allerdings helfen.

Die späte Rückfahrt, mit Balou im Gepäck ist kein Vergnügen, er stinkt fürchterlich, der Schnodder läuft ihm in gelben Fahnen aus der Nase, die Augen verklebt, bei jedem Atemzug röchelt er.

Tierärztliche Untersuchung, Baden, Bürsten, nochmal Baden, noch mehr Bürsten, Zahnsanierung, Medikamente, reichlich Futter, und nochmal Baden nicht vergessen, Balou sieht nach einer Woche schon fast aus wie ein Hund, ein schöner Hund sogar und der Gestank ist auch fast weg (vielleicht doch nochmal baden).

Zwischenzeitlich war Balou sogar schon vermittelt, über ein Jahr lebte er bei seiner neuen Besitzerin, leider ist diese jetzt krank geworden und Balou ist wieder bei uns. Am liebsten liegt er auf dem Misthaufen und wandert über den Hof, inspiziert die Weide und liegt wieder auf dem Mist. Dort verbuddelt er auch seine Schätze. In die Vermittlung soll Balou nicht mehr, er ist wieder hier her zurückgekehrt, und hier soll jetzt sein zuhause sein bis er uns eines Tages ganz verläßt.

 Balou ist zwischen 10 und 12 Jahre alt, seine Zähne sind total abgeschliffen, Verwachsungen in der Nase verursachen dieses schnaufen und röcheln, Mix aus Malamut und Schäferhund.  

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